Bei „Eastshade“ etwa hatten Danny und sie versucht, es zunächst auf Adventure-Spieler im Allgemeinen auszurichten. „Aber nachdem wir ein wenig vom Spiel gezeigt hatten, wussten wir, dass die schöne Umgebung und das friedliche Gefühl die Spieler anziehen“, sagt sie. „Also haben wir dies in Trailern und GIFs stärker gezeigt, und dann wurde zudem klar, dass es ein großes Publikum für Eastshade unter Spielern gab, die nach einer Art ,Foto-Modus-Variante‘ der sehr populären Fantasy-Rollenspiel-Serie „Elder Scrolls“ suchten.“ Die Strategie ging auf. Die Community verglich Eastshade mit dem großen Klassiker. Man war im Gespräch.
Bei Ludopium spielt Musik eine wichtige Rolle, kein Wunder: Das Erstlingswerk ist ein Rhythmusspiel. Die Musikwand im Büro vermittelt noch am ehesten den Flair eines Indie-Entwicklerstudios. (Foto: Melanie Grande)
Die beiden Kölner Firmen hoffen, das Gleiche mit ihren neuen Arbeiten zu erreichen – oder ein bisschen mehr. Ludopium erhielt vom Land Nordrhein-Westfalen 20.000 Euro für „Noclip“, ein spirituelles First-Person-Flugspiel. Als Seele des verstorbenen Herrschers eines galaktischen Imperiums muss der Spieler aus einem Mausoleum fliehen und durch komplexe dreidimensionale Labyrinthe finden.
Goodwolfs ebenfalls gefördertes „Shadows over Selenia“ spielt in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt, die von bösartigen Schattenwesen heimgesucht wird. Es ist ein Kartenspiel. „Es geht um das Unterdrücken von Gefühlen in der Gesellschaft“, sagt Zein. „Es gibt so viele psychische Probleme, aber die meisten Menschen reden nicht darüber, weil es irgendwie verrucht ist, dass man Emotionen hat. – Man muss stark sein. Aber dadurch entstehen mehr Probleme mit sich selbst und anderen.“ Die Dämonen seien eine Metapher. Wenn man sie langfristig beseitigen wolle, müsse man sich um seine Probleme kümmern.
Vielleicht liegt darin der Unterschied zwischen erfolgreichen Indie-Developern und jenen, die auf der Strecke bleiben: Erstere verschließen nicht die Augen vor den Dämonen: Sie lernen, nehmen das Marketing ernst, aber meiden auch kreativen Stillstand. Und sie sind pragmatisch und beharrlich, wenn es um die Existenzsicherung geht. Es sind, mit anderen Worten, idealistische Anpacker. Eines der bekanntesten Indie-Studios, Telltale Games, das trotz beliebter Marken-Games wie „Jurassic Park“, „The Walking Dead“ und „Batman“ kürzlich Konkurs anmelden musste, hatte den Idealismus verloren – es verharrte im immer gleichen Spielprinzip. Ein Besuch im Game-Haus hätte Telltale Games vermutlich gutgetan.
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Source: Cloudnachrichtem



